Christen, Juden & Israel
Unsere Verpflichtung
Wir sind christliche Gemeinden/Werke und stehen auf der Grundlage der Bibel, des Alten und Neuen Testaments, welches die Quelle unseres Denkens und Handelns und unserer Überzeugungen bildet. Aus dieser Überzeugung heraus beziehen wir Stellung zu Israel und Juden.
Für den biblischen Glauben ist Israel mehr als ein historisches oder politisches Phänomen. Gott hat Israel auserwählt1 und eine jahrtausendealte Beziehung zu dem jüdischen Volk, die mit Abraham, Isaak und Jakob begonnen hat.2,3,4 Diese Beziehung wird in der Bibel als Bund beschrieben, zu dem Gott bis heute treu steht.5
Wir widersprechen deshalb der Vorstellung, dass die christliche Kirche Israel im Heilsplan Gottes ersetzt habe (Ersatztheologie6). Diese Sichtweise hat die christliche Geschichte stark geprägt und zu Ausgrenzung und Leid geführt. Aus biblischer Sicht gilt: Gott hat sich von Israel nicht abgewandt7 und seine Bündnisse und Verheißungen gelten weiterhin.8
Als Kirche erkennen wir selbstkritisch an und bekennen dies auch als Schuld, dass sich die christliche Kirche sehr früh von ihren jüdischen Wurzeln gelöst hat. Dieser Bruch hatte bis heute schwerwiegende Folgen – theologisch, kulturell und gesellschaftlich. Wir distanzieren uns von jeder Form christlicher Lehre oder Praxis, die diese Trennung fortsetzt oder gar vertieft, und strecken uns nach einem neuen, respektvollen Zugang zu den jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens aus.
Wir sehen die Entstehung des modernen Staates Israel und die Rückkehr vieler Juden in dieses Land im Licht dieser biblischen Geschichte und göttlichen Verheißungen.9 Für uns ist das ein Ausdruck von historischer Kontinuität und ein Zeichen von Gottes Treue.
Weil Gott zu Israel steht und es segnet,10 sehen wir es auch als unser Vorrecht, Israel zu segnen und die Juden zu lieben.11 Wie in biblischen Zeiten, sind nicht alle Entscheidungen oder Handlungen des Staates Israel oder einzelner Juden immer richtig. Aber das hält Gott nicht davon ab, seinem Volk auch heute gnädig zu begegnen und es bedingungslos zu lieben.12
Wir lehnen jede Form von Judenfeindlichkeit (Antisemitismus) sowie jede Infragestellung des Existenzrechts Israels (Antiisraelismus) ab und treten dem auch offen entgegen. Wir stehen solidarisch an der Seite jüdischer Menschen – in Israel, in Deutschland und weltweit. Wer sich gegen das jüdische Volk stellt, stellt sich damit auch gegen Gott.13
Wir bitten Gott um Frieden für Jerusalem,14 für Israel und für den gesamten Nahen Osten.
Die Gemeinde Jesu Christi steht zu den Juden in einer engeren Beziehung als zu irgendeinem anderen Volk. Jesus Christus wurde als Jude geboren,15 lebte als Jude unter Juden. Sein Kreuz trug die Inschrift: „Jesus von Nazareth, der König der Juden“.16 Der Gott Israels ist der Vater Jesu Christi. Alle Verfasser der biblischen Bücher, evtl. mit der Ausnahme von Lukas, waren Juden. Die Christenheit ist ohne ihre jüdische Verwurzelung nicht denkbar.17 Erst durch Jesus, den Messias, haben wir Anteil an den Verheißungen Gottes für sein Volk Israel.18 Daher bekennen wir uns zu den jüdischen Wurzeln unseres Glaubens. Und wir setzen uns dafür ein, dass Christen mit Israel, den Juden und mit den Vätern Abraham, Isaak und Jakob von Herzen verbunden sind.19
1) Deuteronomium 7,6 (ELB 2006) 6 Denn du bist dem HERRN, deinem Gott, ein heiliges Volk. Dich hat der HERR, dein Gott,erwählt, dass du ihm zum Volk ⟨seines⟩ Eigentums wirst aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind.
2) Genesis 12,1–3 (ELB 2006) 1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! 2 Und ich will dich zu einer großen Nation machen, und ich will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein! 3 Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde! 4 Und Abram ging hin, wie der HERR zu ihm geredet hatte, und Lot ging mit ihm. Abram aber war 75 Jahre alt, als er aus Haran zog.
Genesis 15,18 (ELB 2006) 18 An jenem Tag schloss der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen habe ich dieses Land gegeben, vom Strom Ägyptens an bis zum großen Strom, dem Euphratstrom:
Genesis 17,4–8 (ELB 2006) 4 Ich, siehe, ⟨das ist⟩ mein Bund mit dir: Du wirst zum Vater einer Menge von Nationen werden. 5 und nicht mehr soll dein Name Abram heißen, sondern Abraham sein! Denn zum Vater einer Menge von Nationen habe ich dich gemacht. 6 Und ich werde dich sehr, sehr fruchtbar machen, und ich werde dich zu Nationen machen, und Könige werden aus dir hervorgehen. 7 Und ich werde meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und deinen Nachkommen nach dir durch ⟨alle⟩ ihre Generationen zu einem ewigen Bund, um dir Gott zu sein und deinen Nachkommen nach dir. 8 Und ich werde dir und deinen Nachkommen nach dir das Land deiner Fremdlingschaft geben, das ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitz, und ich werde ihnen Gott sein.
3) Genesis 26,3–5.24 (ELB 2006) 3 Halte dich als Fremder auf in diesem Land! Und ich werde mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen werde ich alle diese Länder geben, und ich werde den Schwur aufrechterhalten, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. 4 Und ich werde deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne des Himmels und deinen Nachkommen alle diese Länder geben; und mit deinen Nachkommen werden sich segnen alle Nationen der Erde 5 dafür, dass Abraham meiner Stimme gehorcht und meine Vorschriften gehalten hat, meine Gebote, meine Ordnungen und meine Gesetze. … 24 Und der HERR erschien ihm in jener Nacht und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht! Denn ich bin mit dir, und ich werde dich segnen und deine Nachkommen vermehren wegen meines Knechtes Abraham.
4) Genesis 28,12–15 (ELB 2006) 12 Und er träumte: Und siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, und ihre Spitze berührte den Himmel; und siehe, Engel Gottes stiegen darauf auf und nieder. 13 Und siehe, der HERR stand über ihr und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks; das Land, auf dem du liegst, dir will ich es geben und deiner Nachkommenschaft. 14 Und deine Nachkommenschaft soll wie der Staub der Erde werden, und du wirst dich ausbreiten nach Westen und nach Osten und nach Norden und nach Süden hin; und in dir und in deiner Nachkommenschaft sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde. 15 Und siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten überall, wohin du gehst, und dich in dieses Land zurückbringen; denn ich werde dich nicht verlassen, bis ich getan habe, was ich zu dir geredet habe.
5) Genesis 17,7 (ELB 2006) 7 Und ich werde meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und deinen Nachkommen nach dir durch ⟨alle⟩ ihre Generationen zu einem ewigen Bund, um dir Gott zu sein und deinen Nachkommen nach dir.
Psalm 105,8–10 (ELB 2006) 8 Er gedenkt ewig seines Bundes – des Wortes, das er geboten hat auf tausend Generationen hin –, 9 den er gemacht hat mit Abraham, und seines Eides an Isaak. 10 Er richtete ihn auf für Jakob zur Ordnung, Israel zum ewigen Bund,
Römer 9,4–5 (ELB 2006) 4 die Israeliten sind, deren die Sohnschaft ist und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen; 5 deren die Väter sind und aus denen dem Fleisch nach der Christus ist, der über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit. Amen.
Römer 11,1–2 (ELB 2006) 1 Ich sage nun: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Auf keinen Fall! Denn auch ich bin ein Israelit aus der Nachkommenschaft Abrahams, vom Stamm Benjamin. 2 Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er vorher erkannt hat …
Römer 11,28–29 (ELB 2006) 28 Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der Väter willen. 29 Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.
6) u.a. auch Replacement-Theology, Substitutionstheologie usw. genannt.
7) Psalm 94,14 (ELB 2006) 14 Denn der HERR wird sein Volk nicht verstoßen, er wird sein Erbteil nicht verlassen.
1. Samuel 12,22 (ELB 2006) 22 Denn der HERR wird sein Volk um seines großen Namens willen nicht verlassen. Denn es hat dem HERRN gefallen, euch zu seinem Volk zu machen.
Römer 11,1–2 (ELB 2006) 1 Ich sage nun: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Auf keinen Fall! Denn auch ich bin ein Israelit aus der Nachkommenschaft Abrahams, vom Stamm Benjamin. 2 Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er vorher erkannt hat …
8) Römer 3,3 (ELB 2006) 3 Was denn? Wenn einige untreu waren, wird etwa ihre Untreue die Treue Gottes aufheben?
Römer 11,28–29 (ELB 2006) 28 Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der Väter willen. 29 Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.
9) Jeremia 31,10 (ELB 2006) 10 Hört das Wort des HERRN, ihr Nationen, und meldet es auf den fernen Inseln und sagt: Der Israel zerstreut hat, wird es ⟨wieder⟩ sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde!
Ezechiel 11,17 (ELB 2006) 17 Darum sage: So spricht der Herr, HERR: Ich werde euch aus den Völkern sammeln und euch aus den Ländern zusammenbringen, in die ihr zerstreut worden seid, und werde euch das Land Israel geben.
10) Deuteronomium 7,7–8 (ELB 2006) 7 Nicht weil ihr mehr wäret als alle Völker, hat der HERR sich euch zugeneigt und euch erwählt – ihr seid ja das geringste unter allen Völkern –, 8 sondern wegen der Liebe des HERRN zu euch, und weil er den Eid hielt, den er euren Vätern geschworen, hat der HERR euch mit starker Hand herausgeführt und dich erlöst aus dem Sklavenhaus, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.
Jeremia 31,3 (ELB 2006) 3 Der HERR ist ihm von ferne erschienen: »Ja, mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dir ⟨meine⟩ Güte bewahrt.
11) Genesis 12,3 (ELB 2006) 3 Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!
Numeri 24,9b (ELB 2006) 9 … Die dich segnen, sind gesegnet, und die dich verfluchen, sind verflucht!
12) Micha 7,18–19 (ELB 2006) 18 Wer ist ein Gott wie du, der Schuld vergibt und Vergehen verzeiht dem Rest seines Erbteils! Nicht für immer behält er seinen Zorn, denn er hat Gefallen an Gnade. 19 Er wird sich wieder über uns erbarmen, wird unsere Schuld niedertreten. Und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.
13) Sacharja 2,12 (ELB 2006) 12 … denn wer euch antastet, tastet seinen Augapfel an.
14) Psalm 122,6 (ELB 2006) 6 Erbittet Heil für Jerusalem! Ruhe sollen die haben, die dich lieben!
15) Matthäus 1,1–16 (ELB 2006) 1 Buch des Ursprungs Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. 2 Abraham zeugte Isaak, Isaak aber zeugte Jakob, Jakob aber zeugte Juda und seine Brüder, 3 Juda aber zeugte Perez und Serach von der Tamar, Perez aber zeugte Hezron, Hezron aber zeugte Ram, 4 Ram aber zeugte Amminadab, Amminadab aber zeugte Nachschon, Nachschon aber zeugte Salmon, 5 Salmon aber zeugte Boas von der Rahab, Boas aber zeugte Obed von der Rut, Obed aber zeugte Isai, 6 Isai aber zeugte David, den König, David aber zeugte Salomo von der ⟨Frau⟩ des Uria, 7 Salomo aber zeugte Rehabeam, Rehabeam aber zeugte Abija, Abija aber zeugte Asa, 8 Asa aber zeugte Joschafat, Joschafat aber zeugte Joram, Joram aber zeugte Usija, 9 Usija aber zeugte Jotam, Jotam aber zeugte Ahas, Ahas aber zeugte Hiskia, 10 Hiskia aber zeugte Manasse, Manasse aber zeugte Amon, Amon aber zeugte Josia, 11 Josia aber zeugte Jojachin und seine Brüder um die Zeit der Wegführung nach Babylon. 12 Nach der Wegführung nach Babylon aber zeugte Jojachin Schealtiël, Schealtiël aber zeugte Serubbabel, 13 Serubbabel aber zeugte Abihud, Abihud aber zeugte Eljakim, Eljakim aber zeugte Asor, 14 Asor aber zeugte Zadok, Zadok aber zeugte Achim, Achim aber zeugte Eliud, 15 Eliud aber zeugte Eleasar, Eleasar aber zeugte Mattan, Mattan aber zeugte Jakob, 16 Jakob aber zeugte Josef, den Mann Marias, von welcher Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird.
16) Johannes 19,19–20 (ELB 2006) 19 Pilatus schrieb aber auch eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz. Es war aber geschrieben: Jesus, der Nazoräer, der König der Juden. 20 Diese Aufschrift nun lasen viele von den Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt; und es war geschrieben auf Hebräisch, Lateinisch ⟨und⟩ Griechisch.
17) Römer 11,17–18 (ELB 2006) 17 Wenn aber einige der Zweige herausgebrochen worden sind und du, der du ein wilder Ölbaum warst, unter sie eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaumes mit teilhaftig geworden bist, 18 so rühme dich nicht gegen die Zweige! Wenn du dich aber gegen sie rühmst – du trägst nicht die Wurzel, sondern die Wurzel dich.
18) Galater 3,29 (ELB 2006) 29 Wenn ihr aber des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft ⟨und⟩ nach ⟨der⟩ Verheißung Erben.
19) Maleachi 3,23–24 (ELB 2006) 23 Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare. 24 Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage.

